Energetische Eigenheimsanierung

Einfamilienhaus mit PV-AnlageBild: Hen­drik Lü­ders Fo­to­gra­fie

Jah­res­strom­ver­bräu­che (kWh)

Jah­res­strom­ver­bräu­che (kWh)
Jah­res­strom­ver­bräu­che (kWh)
Sum­me Netz­be­zug So­lar­strom Hei­zung
2011 6.558,2 6.558,2 0 4.618,69
2012 6.538 5.267 1.271 4.600,31
2013 6.540,3 4.866,3 1.674 4.668,15
2014 5.368,3 3.487,2 1.881,1 3.485,86
2015 5.244,74 2.339,45 2.905,29 3.403,18
2016 5.636,76 2.559,48 3.077,28 3.724,92
2017 5.684,4 2.502,09 3.182,31 3.686,08
2018 5.710,96 2.328,54 3.382,42 3.528,38
2019 5.414,41 2.106,67 3.307,74 3.226,84
2020 5.960,08 2.476,28 3.483,8 3.075,39

Die en­er­ge­ti­sche Op­ti­mie­rung ei­nes Ge­bäu­des ist ein wich­ti­ger Schritt, um den En­er­gie­ver­brauch zu sen­ken und lang­fris­tig Kos­ten zu spa­ren. Im Fol­gen­den wer­den ex­em­pla­ri­sche Maß­nah­men für ein Ein­fa­mi­li­en­haus auf­ge­führt, das nun aus­schließ­lich durch elek­tri­sche En­er­gie be­heizt wird. Das Dia­gramm vi­sua­li­siert die Aus­wir­kun­gen der ein­zel­nen Schrit­te auf die Strom­ver­bräu­che im je­wei­li­gen Jahr. Die­se Maß­nah­men wur­den durch eine pro­fes­sio­nel­le En­er­gie­be­ra­tung iden­ti­fi­ziert, de­ren Ziel es ist, in­di­vi­du­ell an­ge­pass­te Sa­nie­rungs­kon­zep­te zu ent­wi­ckeln, die den spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen und Ge­ge­ben­hei­ten ei­nes Ge­bäu­des ge­recht wer­den.

Sole-Wasser-Wärmepumpe mit WarmwasserspeicherBild: Pix­a­bay | CC0 1.0 Uni­ver­sal
Sole-Was­ser-Wär­me­pum­pe mit Warm­was­ser­spei­cher

Wärmepumpeninstallation (2011):

Wär­me­pum­pen nut­zen En­er­gie­quel­len wie Luft‑, Was­ser- oder Erd­wär­me, um die­se in Heiz­ener­gie um­zu­wan­deln. Da­bei er­rei­chen sie ei­nen ho­hen Wir­kungs­grad und so­mit eine ge­rin­ge CO2-Bi­lanz, die bei Be­trieb mit Strom aus er­neu­er­ba­ren Quel­len zu­sätz­lich re­du­ziert wird. Ob­wohl die An­fangs­in­ves­ti­tio­nen hö­her aus­fal­len kön­nen, er­wei­sen sich Wär­me­pum­pen lang­fris­tig als kos­ten­ef­fi­zi­ent, ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund stei­gen­der En­er­gie­prei­se mit ei­ner zu­sätz­lich hö­he­ren CO2-Ab­ga­be. Die­se Tech­no­lo­gie bie­tet so­mit nicht nur öko­lo­gi­sche, son­dern auch öko­no­mi­sche Vor­tei­le, in­dem sie dazu bei­trägt, Heiz­kos­ten zu re­du­zie­ren.

Heizkörperauswahl:

Die Kom­bi­na­ti­on aus Wär­me­pum­pe und Fuß­bo­den­hei­zung wird oft als ide­al be­trach­tet, da die nied­ri­gen Vor­lauf­tem­pe­ra­tu­ren die Ef­fi­zi­enz der Wär­me­pum­pe stei­gern. Den­noch ha­ben Wär­me­pum­pen in den letz­ten Jah­ren tech­no­lo­gisch gro­ße Fort­schrit­te ge­macht und sind auch in Alt­bau­ten ohne Fuß­bo­den­hei­zung äu­ßerst ef­fi­zi­ent. Es ist ent­schei­dend, dass die Heiz­kör­per für die Wär­me­pum­pe rich­tig di­men­sio­niert sind. Falls die Heiz­kör­per zu klein sind, kön­nen sie meist pro­blem­los ge­gen grö­ße­re aus­ge­tauscht wer­den. So kön­nen Wär­me­pum­pen im Alt­bau ohne die Nach­rüs­tung mit ei­ner neu­en Fuß­bo­den­hei­zung we­sent­lich kos­ten­güns­ti­ger sein.

Für Wämepumpen geeigneter Niedertemperatur-HeizkörperBild: © Zehn­der Group
Nie­der­tem­pe­ra­tur-Heiz­kör­per für Wär­me­pum­pen
Heizkurve einer HeizungsanlageBild: NIBE Sys­tem­tech­nik GmbH
Heiz­kur­ve ei­ner Hei­zungs­an­la­ge

Heizkurveneinstellung (2014):

Die Heiz­kur­ve re­gelt die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur der Hei­zungs­an­la­ge in Ab­hän­gig­keit von der Au­ßen­tem­pe­ra­tur. Ihre Nei­gung be­stimmt, wie stark die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur mit sin­ken­der Au­ßen­tem­pe­ra­tur an­steigt. Da­ge­gen re­gelt die Ver­schie­bung der Kur­ve das Leis­tungs­ni­veau der Hei­zung ge­ne­rell. Die Vor­lauf­tem­pe­ra­tur wird hier­über gleich­mä­ßig an­ge­ho­ben oder ge­senkt. Eine op­ti­ma­le Heiz­kur­ve trägt so­mit zur En­er­gie­ef­fi­zi­enz bei, in­dem sie die Heiz­leis­tung an die tat­säch­li­chen An­for­de­run­gen an­passt. Da­durch wer­den En­er­gie­kos­ten ge­senkt und gleich­zei­tig an­ge­neh­me Raum­tem­pe­ra­tu­ren ge­währ­leis­tet, die den in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen ent­spre­chen.

Hydraulischer Abgleich (2014):

Der hy­drau­li­sche Ab­gleich ist eine Maß­nah­me, um eine gleich­mä­ßi­ge Wär­me­ver­tei­lung im Ge­bäu­de si­cher­zu­stel­len. Hier­bei wer­den die un­ter­schied­li­chen was­ser­sei­ti­gen Wi­der­stän­de der Heiz­kör­per an­ge­gli­chen. Ein Fach­be­trieb be­rech­net die op­ti­ma­len Durch­fluss­men­ge für je­den Heiz­kör­per und stellt die Hei­zung so ein, dass alle Heiz­flä­chen mit den be­nö­tig­ten Vo­lu­men­strö­men des Heiz­me­di­ums zeit­ge­recht ver­sorgt wer­den. Da­durch wird eine ef­fi­zi­en­te­re und en­er­gie­op­ti­mier­te Hei­zungs­an­la­ge ge­währ­leis­tet. Auch die­se Maß­nah­me trägt nicht nur zur Kom­fort­ver­bes­se­rung bei, son­dern führt eben­falls zu Ein­spa­run­gen bei den En­er­gie­kos­ten.

Bild: co2online
Wär­me­ver­tei­lung in den Heiz­kör­pern
PV-Aufdach- und PV-Terrassendachanlage eines EinfamilienhausesBild: Hen­drik Lü­ders Fo­to­gra­fie
Auf­dach- und Ter­ras­sen­d­ach­an­la­ge

Photovoltaikanlage (2012):

Eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge nutzt die Son­nen­en­er­gie und wan­delt sie di­rekt in elek­tri­sche En­er­gie um. Ihre ein­fa­che In­stal­la­ti­on er­mög­licht die de­zen­tra­le Nut­zung für die pri­va­te Strom­erzeu­gung und macht des­halb un­ab­hän­gig von ex­ter­nen En­er­gie­quel­len. Bei PV-An­la­gen ohne Spei­cher liegt der durch­schnitt­li­che Aut­ar­kie­grad im Ei­gen­heim­be­reich in der Re­gel zwi­schen 30% und 40%. We­gen der nach­hal­ti­gen En­er­gie­ge­win­nung ver­rin­gert sie zu­dem den Ein­satz von fos­si­len Brenn­stof­fen. So er­mög­li­chen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen Ein­spa­run­gen bei den En­er­gie­kos­ten und die­nen als lang­fris­ti­ge In­ves­ti­ti­on in eine um­welt­freund­li­che En­er­gie­zu­kunft.

Batteriespeicher (2015):

Der Bat­te­rie­spei­cher er­mög­licht es, den selbst er­zeug­ten So­lar­strom zu spei­chern und bei Be­darf zu nut­zen, an­statt ihn ins Netz ein­zu­spei­sen. Da­durch steigt die Ei­gen­ent­nah­me und die Ab­hän­gig­keit vom Strom­netz wird wei­ter re­du­ziert. Im vor­lie­gen­den Bei­spiel wur­de der Strom­be­darf zu 58% selbst ge­deckt. Die Ef­fi­zi­enz des Spei­chers hängt von der pas­sen­den Di­men­sio­nie­rung in Be­zug auf die Grö­ße der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und den in­di­vi­du­el­len Ver­brauch ab. Zu­dem kann der Bat­te­rie­spei­cher bei Netz­aus­fäl­len als Not­strom­ver­sor­gung die­nen. In ei­ni­gen Re­gio­nen gibt es so­gar at­trak­ti­ve För­der­pro­gram­me, die die In­stal­la­ti­on sol­cher Sys­te­me un­ter­stüt­zen.

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Jah­res­strom­ver­brauch mit Wär­me­pum­pe (kWh)

Jah­res­strom­ver­brauch mit Wär­me­pum­pe (kWh)
Jah­res­strom­ver­brauch mit Wär­me­pum­pe (kWh)
Di­rekt­ver­brauch Bat­te­rie Netz­be­zug
Jan 150,01 93,44 476,34
Feb 185,56 124,61 352,68
Mär 302,32 207,7 186,09
Apr 300,82 203,92 29,09
Mai 309,75 191,66 6,35
Jun 275,83 143 1,88
Jul 293,1 157,26 2,28
Aug 266,25 173,79 2,47
Sep 209,76 181,36 13,45
Okt 182,14 186,6 162,72
Nov 140,91 111,84 501,87
Dez 66,26 40,64 847,62